
until January 31, 22
until January 31, 22

URBANER TANZ
- Bundesförderung muss Verantwortung übernehmen
In den letzten Wochen hat das Urban Arts Ensemble Ruhr zwei Absagen erhalten:
-
Keine Berücksichtigung der eingereichten Produktionen auf der Tanzplattform 2026
-
Ablehnung des eingereichten Antrags beim Förderprogramm TANZPAKT Stadt-Land-Bund
Diese Entscheidungen machen erneut sichtbar, was wir seit Jahren erleben: die urbane Tanzästhetik wird auf Bundesebene systematisch übergangen.
Der urbane Tanz ist längst kein Randphänomen. Urbaner Tanz ist in Tanztheatern, Festivals und Produktionshäusern angekommen und hat seine künstlerische Relevanz und Professionalität nachgewiesen. Urbaner Tanz ist innovativer, relevanter Bestandteil des zeitgenössischen Tanzes und gehört endlich gleichwertig gefördert.
Die Ablehnung zeigt vor allem eines: Urbane Ästhetiken werden von Entscheidungsträger*innen, die aus klassischen Strukturen kommen, noch immer nicht als gleichwertiger künstlerischer Ausdruck anerkannt.
So reproduziert sich ein System selbst – und schließt die urbane Tanz-Szene aus.
In den vergangenen Jahren haben wir mit großem Engagement daran gearbeitet, nachhaltige Strukturen für den urbanen Tanz im Ruhrgebiet und NRW zu schaffen. Mit starken Kooperationspartner*innen PACT Zollverein und mit finanzieller Unterstützung der Stadt Herne und des Landes NRW konnten wir das Urban Arts Ensemble Ruhr (UAER) 2023 gründen. Dass dieses Potenzial nun wieder nicht gesehen wird – weder in der Struktur- und Exzellenzförderung, noch in der bundesweiten Sichtbarkeit – ist nicht akzeptabel.
Unser Konzept beinhaltete u. a. neue Qualifizierungswege für urbane Tänzer*innen – ein Modell, das deutschlandweit fehlt und dringend gebraucht wird. Mehrere etablierte Institutionen der Region unterstützen das, weil sie erkannt haben, dass der urbane Tanz das Potential mitbringt das künstlerische Profil des zeitgenössischen Tanzes zu bereichern und neue Zielgruppen zu erschließen. Dieses Modellprojekt kann durch die Förderabsage nicht umgesetzt werden. Auch die weitere Entwicklung der Exzellenz des Urban Arts Ensembles Ruhr ist ungewiss.
Wir gratulieren allen ausgewählten Projekten der vierten Förderrunde von TANZPAKT. Gleichzeitig fordern wir dieselbe Sichtbarkeit und Anerkennung für den urbanen Tanz. Die Bundesförderung darf dieser künstlerischen Realität nicht länger hinterherlaufen.
Das Land NRW macht mit dem Förderprogramm Neue Künste Ruhr vor, wie es gehen kann. Jetzt ist der Bund gefragt.
WIR FORDERN:
1. Die Berufung von Expert*innen aus den Urban Arts in Jurys und Fördergremien.
2. Die Entwicklung von Förderprogrammen, die die spezifischen Arbeitsweisen und Ästhetiken des urbanen Tanzes berücksichtigen.
3. Die strukturelle Verankerung des urbanen Tanzes in der Ausbildung und die Sichtbarkeit des urbanen Tanzes auf Bundesebene.
Die Zeit ist jetzt! Der urbane Tanz gehört in die Mitte der Kulturförderung – nicht an den Rand.